{"id":11067,"date":"2020-12-02T15:10:43","date_gmt":"2020-12-02T14:10:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/?p=11067"},"modified":"2020-12-23T08:57:30","modified_gmt":"2020-12-23T07:57:30","slug":"reaktion-natagora","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/de\/reaktion-natagora\/","title":{"rendered":"Reaktion zum Natagora-Artikel"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Reaktion auf den in der Zeitschrift Natagora #97 vom Mai-Juni 2020 ver\u00f6ffentlichten Anti-Windkraft-Artikel mit dem Titel<\/h4>\n<h3 style=\"text-align: center;\">&#8220;Le grand d\u00e9sordre \u00e9olien&#8221;<\/h3>\n<p>In ihrer Zeitschrift Mai-Juni 2020 startet Natagora einen Frontalangriff auf die Windkraft, indem sie sich die Rhetorik und die Verfahren von eingefleischten Windkraftgegnern zu eigen macht: verk\u00fcrzte Informationen, auf nichts basierende Ger\u00fcchte, verschwiegene Studien (teilweise selber erstellt!), B\u00f6swilligkeit, lexikalische Dramatisierung, &#8230; Natagora kommt es nicht auf Nuancen an.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen dem Verband jedoch nur zustimmen, was die Notwendigkeit eines Regulierungsrahmens betrifft, der die Ziele der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der erneuerbaren Energieerzeugung miteinander in Einklang bringt.<\/p>\n<p>Die wallonische Regierung tr\u00e4gt in diesem Bereich eine gro\u00dfe Verantwortung. Eine aktualisierte Windkraftverordnung, die auf dem Bezugsrahmen 2013 basiert, sollte rasch verabschiedet werden, um der derzeitigen Rechtsunsicherheit einen Riegel vorzuschieben. Leider kommt es immer wieder zu extremen Entscheidungen. Die Gegner der Windkraft nutzen zum Beispiel die kleinsten Gesetzesl\u00fccken aus, um Projekte durch systematische Anrufung des Staatsrates zu blockieren. Und Natagora steht dabei en vorderster Front.<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht daher, dass Natagora es bedauert, dass B\u00fcrgerkooperativen und &#8220;Vereinigungen zum Schutz der Biodiversit\u00e4t&#8221; (wer sonst, wenn nicht sie?) sich bei jedem aufkommenden Windparkprojekt gegen\u00fcberstehen (S. 11). Natagoras engstirnige und konservative Auffassung von der Umwelt kann bei den B\u00fcrgern, die sich f\u00fcr einen gerechten und nachhaltigen Planeten einsetzen, nur eine Reaktion der Verzweiflung hervorrufen.<\/p>\n<p>In den folgenden Zeilen analysieren wir die von der Zeitschrift Natagora vorgebrachten Argumente. Wir werden es vermeiden, in zu viele technische Details zu gehen, aber um nicht in die von uns angeprangerten Vereinfachungen und Abk\u00fcrzungen zu verfallen, werden wir einige wichtige Aspekte etwas n\u00e4her ausf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Erster Teil: \u00fcber die Form<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Das in dem Artikel verwendete unsachliche Vokabular \u00e4hnelt der Rhetorik von &#8220;Vents de Raison&#8221;, das sich den Kampf gegen die Windkraft auf die Fahnen geschrieben hat. Wir stellen fest: &#8220;gro\u00dfe Unordnung&#8221;, &#8220;v\u00f6llig anarchisch&#8221;, &#8220;Chaos&#8221;, &#8220;keine Schranken&#8221;, &#8220;anarchische Aufstellung&#8221;, &#8220;chaotische Situation&#8221;, &#8220;Zerst\u00f6rung der biologischen Vielfalt&#8221;. Natagora spricht das emotionale Gehirn des Lesers an, nicht seine Rationalit\u00e4t. Diese Exzesse der Sprache offenbaren die Bereitschaft zur Dramatisierung des Themas und zur Manipulation der Meinungen.<\/li>\n<li>Indem Natagora auf die Probleme des &#8220;L\u00e4rms&#8221; und des &#8220;Stroboskopeffekts&#8221; (S. 7) hinweist und es unterl\u00e4sst, diese Bemerkungen zu pr\u00e4zisieren und zu relativieren, werden lediglich die Behauptungen der systematischen Gegner wiedergegeben. Auch hier geht es darum, den Leser zu erschrecken, nicht darum, ihn zu informieren. Wenn Natagora es f\u00fcr unn\u00f6tig h\u00e4lt, diese Themen im Zusammenhang mit diesem Artikel zu erl\u00e4utern, k\u00f6nnte es sehr wohl vermieden werden, sie \u00fcberhaupt zu erw\u00e4hnen. Indem diese Themen einfach angesprochen werden, ohne sie zu spezifizieren, wird dem unwissenden Leser hinterlistig der Eindruck vermittelt, dass es sich um etablierte und unbestrittene Probleme handelt. Dies ist nat\u00fcrlich nicht der Fall.<\/li>\n<li>Nirgendwo im Artikel wird die Arbeit von Studienb\u00fcros und Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen (UVP) im Vorfeld von Projekten erw\u00e4hnt. Diese bewusste Auslassung zeigt Natagoras Mangel an Objektivit\u00e4t. Das gleiche gilt f\u00fcr die Kompensationsma\u00dfnahmen, die in der gesamten Argumentation ausgeblendet werden, au\u00dfer in einer Schlussbemerkung, in der sie nur kurz erw\u00e4hnt, um sie in einem Satz auch gleich zu diskreditieren: &#8220;Aber keine (Technologie) ersetzt derzeit die Nicht-Installation von Windkraftanlagen in sensiblen Gebieten&#8221;. Grobe Verallgemeinerung und Unredlichkeit.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Zweiter Teil: \u00fcber den Inhalt<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>S. 7 Indem der Artikel einen &#8220;Goldrausch&#8221; heraufbeschw\u00f6rt, um die Entwicklung der Windenergie in der Wallonie darzustellen, wird der Leser in die Irre gef\u00fchrt. Natagora wei\u00df ganz genau, dass Windkraft nicht so rentabel ist. W\u00e4hrend der 16 Treffen des Inter-Environnement Wallonie (IEW), an denen Natagora teilnahm, stellte REScoop Wallonie die Finanzpl\u00e4ne f\u00fcr aktuelle Windparkprojekte vor. Der Mythos von der &#8220;Gans die goldene Eier legt&#8221; wurde wiederlegt. Obwohl Windparkprojekte gl\u00fccklicherweise rentabel sind, wird im Durchschnitt eine Rentabilit\u00e4t von 7% nicht \u00fcberschritten. Dies ist weit entfernt von anderen industriellen Gro\u00dfprojekten.<br \/>\nNatagora wei\u00df das, stellt es aber so dar, dass die Leser die Entwicklung der Windkraft als ein gro\u00dfes Geldgesch\u00e4ft betrachten. Ein tr\u00fcgerisches Argument.<\/li>\n<li>S. 7 &#8220;Wenn sich alle eingereichten Projekte verwirklichen w\u00fcrden&#8230;&#8221;: Wenn sich alle eingereichten Projekte verwirklichen w\u00fcrden, w\u00e4ren wir kaum in der Lage, das f\u00fcr 2030 gesetzte Ziel zu erreichen. Die Erfolgsquote der eingereichten Projekte ist jedoch gering (in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 1 von 5), wenn man die von den Gegnern (insbesondere Natagora) systematisch eingereichten Einspr\u00fcche ber\u00fccksichtigt. Die vorherige wallonische Regierung hatte das Ziel f\u00fcr 2030 auf 4600 GWh\/Jahr gesenkt, und in der Zusammenfassung der Sitzungen des IEW wurde sich f\u00fcr ein Ziel von 8000 GWh\/Jahr ausgeprochen. Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssen viel mehr Onshore-Windprojekte entwickelt werden, egal was Natagora davon denkt.<\/li>\n<li>S. 8 Das Fehlen einer globalen Strategie f\u00fcr die Errichtung von Windparks in der Wallonie ist sicherlich sch\u00e4dlich im Hinblick auf die Effizienz und den Respekt f\u00fcr die Umwelt. Dies rechtfertigt keine Desinformation. Die Projekte von Thisnes, Crehen und Villers-le-Peuplier werden nicht alle realisiert werden k\u00f6nnen. Natagora wei\u00df das, zieht es aber vor, mit dem Gespenst von 25 hypothetischen Windr\u00e4dern auf dem Hespengau-Plateau zu drohen. Erneute B\u00f6swilligkeit!<\/li>\n<li>S. 8 Die Unerbittlichkeit Natagoras gegen\u00fcber dem Boneffe-Projekt ist nicht nachzuvollziehen. Der Artikel in der Zeitschrift erw\u00e4hnt nicht die intensive Landwirtschaft auf dem Gel\u00e4nde, die f\u00fcr die V\u00f6gel weitaus sch\u00e4dlicher ist als einige wenige Windr\u00e4der. So weist die DNF in seiner Stellungnahme zum j\u00fcngsten Boneffe-Projekt darauf hin, dass die Boneffe-Ebene in den letzten Jahren jegliche Anziehungskraft f\u00fcr V\u00f6gel verloren hat, da sie zu einer \u00f6kologischen W\u00fcste geworden ist, in der nicht einmal mehr Hecken und offensichtlich immer weniger Feldv\u00f6gel zu finden sind. Natagoras Emp\u00f6rung ist also zumindest sehr selektiv. Auch gibt es wieder keinen Hinweis auf die geplanten umfangreichen Kompensationsma\u00dfnahmen. Natagoras Analyse mangelt es daher eindeutig an Objektivit\u00e4t. Boneffe mu\u00df also als Symbol f\u00fcr Natagoras Kampf gegen die Windkraft herhalten, um diese Unerbittlichkeit trotz aller Rationalit\u00e4t zu erkl\u00e4ren.<\/li>\n<li>S. 8 und 9 &#8220;Rotmilan&#8221;. Die wallonische Population der Rotmilane macht 0,5 % der gesamten weltweiten Population aus, entsprechend der Bestandsaufnahme, die im aktuellen offiziellen Faktenblatt der IUCN (International Union for Conservation of Nature) angegeben ist. Eine sehr relative Bedeutung im Vergleich mit der deutschen, franz\u00f6sischen und spanischen Population, die insgesamt mehr als 72% ausmachen. Ohne die Tatsache aus den Augen zu verlieren, dass der Rotmilan unsere Gegend im Winter verl\u00e4sst.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Der Rotmilan wurde bei der letzten Bewertung durch die IUCN auf der Roten Liste der Welt als \u201efast bedroht\u201c (NT=Near Threatened) eingestuft. Es ist zu beachten, dass eine vom Aussterben fast bedrohte Art im Sinne der IUCN nicht in starkem R\u00fcckgang begriffen ist, sondern \u00fcberwacht werden muss, damit sie nicht in die Kategorie \u201ebedroht\u201c f\u00e4llt. Neuere Bewertungen deuten jedoch darauf hin, dass die Zahl der Brutpaare in verschiedenen L\u00e4ndern zunimmt. Dies k\u00f6nnte in Zukunft zu einer Bewertung des Rotmilans von rot zu \u201enicht gef\u00e4hrdet\u201c (LC= Least concern) f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Auch wenn die Wallonie nur 0,5 % (aktuelle IUCN-Sch\u00e4tzung) bis 1 % (neuere Natagora-Sch\u00e4tzung) der Weltpopulation von Rotmilanen beherbergt, muss sie ihrer Verantwortung im Hinblick auf ihre Pflicht zum Schutz dieser Art auf ihrem Territorium gerecht werden. Und sie tut dies in \u00dcbereinstimmung mit den Anforderungen der &#8220;Vogelschutzrichtlinie&#8221; (1).<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Zwei Beweise f\u00fcr diesen guten Schutz des Rotmilans: Die wallonische Population des Rotmilans hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt, wie aus der Studie Rotmilan 2015-2016 hervorgeht, die von der Forschungsabteilung Natagora durchgef\u00fchrt wurde. Und die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Ursachen f\u00fcr diese positive Entwicklung in mindestens 2 Faktoren zu suchen sind: eine geringe Exposition gegen\u00fcber Vergiftungsrisiken und eine hohe Qualit\u00e4t des durch die Viehhaltung zur Verf\u00fcgung stehenden Lebensraums.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u00dcberraschenderweise verweist Natagora immer wieder auf die Ergebnisse der Studie, die im deutschen Bundesland Brandenburg durchgef\u00fchrt wurde, um \u00fcber die Bedrohung durch geplante Windkraftanlagen in den \u00f6stlichen Ardennen zu sprechen. Die beiden Regionen sind in Bezug auf die Rotmilandichte und der Windraddichte \u00fcberhaupt nicht vergleichbar. Und das, w\u00e4hrend die Rotmilanpopulation in dieser Subregion der Wallonie st\u00e4ndig zunimmt, auch in Gebieten, in denen Windturbinen entstanden sind. Und w\u00e4hrend es Natagora selbst ist, die diese Verdoppelungszahlen in einer k\u00fcrzlich erschienenen Publikation ver\u00f6ffentlicht hat, werden sie hier nicht einmal erw\u00e4hnt! (2)<br \/>\nEs muss gesagt werden, dass Natagora seit dem Versuch einer Kartierung mit g\u00fcnstigen Windkraftzonen im Jahr 2013 das gesamte Gebiet der \u00f6stlichen Ardennen als ornithologische Ausschlusszone klassifizieren m\u00f6chte. Als Begr\u00fcndung wird dabei angef\u00fchrt, dass es sich um ein dicht besiedeltes Gebiet handelt, in dem die Kollisionsgefahr erh\u00f6ht ist.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Die Vogelschutzrichtlinie legt in ihren einleitenden Erw\u00e4gungsgr\u00fcnden ausdr\u00fccklich ihre Vision der &#8220;Erhaltung&#8221; von Vogelarten dar, insbesondere Erw\u00e4gungsgrund Nr. 7: &#8220;Das Ziel der Erhaltung ist der langfristige Schutz und die langfristige Bewirtschaftung der nat\u00fcrlichen Ressourcen als Erbe der V\u00f6lker Europas. Sie erm\u00f6glicht es, diese Ressourcen zu regulieren und ihre Nutzung auf der Grundlage von Ma\u00dfnahmen zu regeln, die notwendig sind, um das nat\u00fcrliche Gleichgewicht der Arten im Rahmen des vern\u00fcnftig M\u00f6glichen zu erhalten und anzupassen&#8221;. Es ist das Wort &#8220;vern\u00fcnftig&#8221;, das hier die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Vorsorgeprinzip hat also seine Grenzen. Im speziellen Fall der \u00f6stlichen Ardennen ist es nicht vern\u00fcnftig, diese Region zu einer exklusiven Schutzzone f\u00fcr Rotmilane machen zu wollen.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>S.10 &#8220;Flederm\u00e4use&#8221;. Im Gegensatz zu dem, was Natagora nahelegt, Im Gegensatz zu dem, was Natagora suggeriert, werden Windkraftanlagen immer mit einem Abschaltsystem ausgestattet, wenn die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung (UVP) die Risiken f\u00fcr Flederm\u00e4use objektiviert hat. Ein weiterer Beweis f\u00fcr die Unredlichkeit Natagoras.<\/li>\n<li>S. 10 &#8220;Verk\u00fcnstlichung der Agrarfl\u00e4chen&#8221;. Hier versucht Natagora, das Thema mit der Urbanisierung in einen Topf zu werfen, indem die Installation von Windr\u00e4dern f\u00fcr den Verlust landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen mitverantwortlich gemacht wird. Wie eine Studie auf der Website der wallonischen Region https:\/\/etat.environnement.wallonie.be zeigt, hat sich die Artifizialisierung des Territoriums seit Anfang der 2000er Jahre deutlich verlangsamt. Dieses Ph\u00e4nomen gibt jedoch weiterhin Anlass zur Sorge. Diese Artifizialisierung &#8220;ist im Wesentlichen durch die Ausdehnung von Wohnbauland entstanden&#8221;, erkl\u00e4rt die Studie. Es ist eine Fehlinformation, diese Wohnsiedlungserweiterung (+50% in 30 Jahren) mit den wenigen Dutzend Ar gleichzusetzen, die f\u00fcr die Installation einer Windkraftanlage ben\u00f6tigt werden.<br \/>\nWas die W\u00e4lder anbelangt, so haben diese, ebenfalls nach Studien der Wallonischen Region, im letzten Jahrhundert erheblich zugenommen und bedecken heute 30% unseres Territoriums. (http :\/\/environnement.wallonie.be\/publi\/dnf\/codeforestierfr.pdf). In den letzten 20 Jahren hat der Gesamtbestand unserer W\u00e4lder um 26 Millionen m\u00b3 zugenommen. Das so genannte &#8220;Anknabbern&#8221; der W\u00e4lder durch Windr\u00e4der ist daher ziemlich l\u00e4cherlich und entbehrt jeder Realit\u00e4t.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"8\">\n<li>S. 10 &#8220;Windkraft im Wald&#8221;. Natagora h\u00e4lt jede Installation von Windr\u00e4dern im Wald f\u00fcr &#8220;v\u00f6llig inakzeptabel&#8221;. Wiederum k\u00fcmmert sich Natagora nicht um Nuancen, im Gegensatz zum CoDT und zur DNF zu diesem Thema.<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Die von Natagora vorgebrachten Argumente sind l\u00e4cherlich. Angesichts der wirtschaftlichen Realit\u00e4t der Holzproduktion, die zu gro\u00dffl\u00e4chigen Kahlschl\u00e4gen oder zur riesigen Monokulturfl\u00e4chen f\u00fchrt, was stellen da die Fl\u00e4chen dar, die von Windkraftanlagen und den damit verbundenen technischen Infrastrukturen betroffen sind?<\/li>\n<li>Ein Windrad im Wald ben\u00f6tigt f\u00fcr den Bauplatz und f\u00fcr ihre Aufstellung eine Abholzungsfl\u00e4che von etwa 1 ha, von der die H\u00e4lfte nach den Arbeiten mit mittelgro\u00dfen B\u00e4umen wieder aufgeforstet werden kann. In der Wallonie gibt es 493.000 ha bewaldete Fl\u00e4chen. Der Verlust an Waldfl\u00e4che ist daher minimal. Und nicht sehr bedeutend im Hinblick auf den Beitrag, den die Produktion von gr\u00fcner Energie zum Schutz der Biodiversit\u00e4t leistet.<\/li>\n<li>Natagora erw\u00e4hnt den &#8220;Bau von Stra\u00dfen&#8221; f\u00fcr den Zugang zu den Windkraftanlagen. Vorhandene Stra\u00dfen werden jedoch wenn m\u00f6glich genutzt und k\u00f6nnen verst\u00e4rkt (was von den F\u00f6rstern gesch\u00e4tzt werden d\u00fcrfte) oder an bestimmten Stellen ausgebaut werden (Verbreiterung), um den Zugang der schweren Ger\u00e4te w\u00e4hrend der Bauphase zu erm\u00f6glichen. Oft sind diese Ver\u00e4nderungen nur vor\u00fcbergehend und die Gebiete k\u00f6nnen wieder aufgeforstet werden. Zwischen einem Windrad und bestehenden Stra\u00dfen ist es jedoch oft notwendig, einen permanenten Zugang zu schaffen. Dieser wird immer so kurz wie m\u00f6glich gehalten. Es geht also nicht um &#8220;Stra\u00dfen&#8221;!<\/li>\n<li>Solange die bestehenden Stra\u00dfen genutzt werden, ist die &#8220;Bodenverdichtung&#8221; begrenzt. In jedem Fall setzen die Holzf\u00e4ller selbst schwere Maschinen f\u00fcr ihre Arbeit ein, ohne unbedingt die Stra\u00dfen zu verst\u00e4rken.<\/li>\n<li>Natagoras st\u00e4ndiges Anliegen ist es, den Leser so zu erschrecken, dass er glaubt, es bestehe ein &#8220;Risiko der Einf\u00fchrung invasiver Arten&#8221;, &#8220;direkte Sterblichkeit&#8221; und &#8220;Lebensraumverlust&#8221; &#8211; alles unspezifizierte und unbegr\u00fcndete Annahmen und Behauptungen.<\/li>\n<li>Die globale Erw\u00e4rmung wird offensichtlich die Waldbewirtschaftungspl\u00e4ne durcheinanderbringen. In Wirklichkeit prangert Natagora hier das Problem der Verantwortung f\u00fcr die Bewirtschaftung der W\u00e4lder seit dem 19. Jahrhundert (Ersetzen alter Laubw\u00e4lder durch Fichtenmonokulturen, Kahlschlag, usw.) und das Management der aktuellen \u201eKrise\u201c des Waldes durch den gesamten Forstsektor an, richtet sich aber gegen den alleinigen Windenergiesektor so als ob dieser daf\u00fcr verantwortlicher w\u00e4re. Diese Schuldzuweisung ist inakzeptabel. Dar\u00fcber hinaus vergisst Natagora nat\u00fcrlich, darauf hinzuweisen, dass die Erzeugung erneuerbarer Energie ein unverzichtbares Element im Kampf gegen globale Erw\u00e4rmung und damit Teil der L\u00f6sung der \u201eKrise\u201c ist.<\/li>\n<li>Natagora bedauert, dass die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten des Waldes nicht ber\u00fccksichtigt werden, in der Hoffnung, dass Fichtenkulturen durch Mischw\u00e4lder oder sogar wiederhergestellte Torfmoore ersetzt werden k\u00f6nnten. Unter dem Gesichtspunkt der biologischen Vielfalt ist diese Vision ideal; die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt in diesen Gebieten w\u00fcrde den Wasserhaushalt unserer Fl\u00fcsse und damit unsere Wasserressourcen verbessern. Diese hypothetische Transformation ist jedoch angesichts der wirtschaftlichen Interessen, die die Ausbeutung von Nadelh\u00f6lzern darstellt, kurz- oder mittelfristig unwahrscheinlich. Im Zusammenhang mit der globalen Erw\u00e4rmung und insbesondere dem Borkenk\u00e4ferproblem ist es viel wahrscheinlicher, dass die Holzwirtschaft Fichten durch andere widerstandsf\u00e4higere Nadelh\u00f6lzer ersetzen wird, die der Marktnachfrage besser entsprechen. Als Beweis daf\u00fcr experimentiert die RSFB (Soci\u00e9t\u00e9 Royale Foresti\u00e8re de Belgique) derzeit auf 27 ha mit der Einf\u00fchrung von 15 Weichholzarten, die besser an den Klimawandel angepasst sind, darunter Atlaszeder (Nordafrika), Nordmanntanne (Kaukasus) und kalifornische Douglasie.<br \/>\nEs ist auch zu beachten, dass Genehmigungen f\u00fcr Windparks auf 30 Jahre begrenzt sind. Nach diesem Zeitraum muss die benutzte Fl\u00e4che in ihren urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckversetzt werden (es sei denn, es wird eine neue Genehmigung erteilt). Sollte sich eine hypothetische Ver\u00e4nderung der Waldstruktur abzeichnen, w\u00e4re zu diesem Zeitpunkt noch Zeit, zu reagieren.<br \/>\nSchlie\u00dflich vers\u00e4umt es Natagora auch hier v\u00f6llig, die Kompensationsma\u00dfnahmen zu erw\u00e4hnen, die auf Empfehlung der mit den Umweltvertr\u00e4glichkeitsstudien beauftragten Ingenieurb\u00fcros systematisch durchgef\u00fchrt und in Absprache mit der DNF festgelegt werden. Der Umfang dieser Ma\u00dfnahmen ist betr\u00e4chtlich, wobei die angrenzende Wiederaufforstung oft mehrere Hektar pro Windkraftanlage umfasst! Dies verbessert die lokale Biodiversit\u00e4t im Vergleich zur Ausgangssituation. Alle Windkraftprojekte sind privilegierte Gelegenheiten zur Entwicklung origineller Projekte f\u00fcr die biologische Vielfalt, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Wald- oder Freilandprojekte handelt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Natagora behauptet (S. 11), dass nicht gegen Windkraftanlagen vorgegangen wird, und f\u00fchrt als Beweis an, dass nur in drei F\u00e4llen direkt gerichtlich vorgegangen worden sei. Wir w\u00fcrden das nat\u00fcrlich gerne glauben. Die Realit\u00e4t sieht so aus, dass Natagora fast alle Windkraftprojekte in der Wallonie ablehnt und systematisch eine ablehnende Stellungnahme abgibt, wenn die Antragsunterlagen f\u00fcr die Globalgenehmigung zusammengestellt werden. Und Natagora wei\u00df, dass ihre Meinung Gewicht hat. Wenn wir die Argumente analysieren, die Natagora in ihrer Anklageschrift gegen die Windkraft vorgebracht hat, k\u00f6nnen wir nur feststellen, dass Natagoras Positionen starr und dogmatisch ist. Wir sind nicht davon \u00fcberzeugt, dass diese radikalen Positionen von den meisten Mitgliedern der Vereinigung geteilt werden.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich, wie passt das alles mit Natagoras Werbung f\u00fcr den \u00d6lriesen TOTAL durch seine Partnerschaft mit TOTAL-Lampiris zusammen? (3) Es kann ja nicht sein, dass Natagora nichts von den Angriffen auf die biologische Vielfalt und die Menschenrechte, die der \u00d6lmulti begangen hat und immer noch begeht, wei\u00df. Greenpeace weist in seinem Ranking der Stromversorger darauf hin und setzt TOTAL-Lampiris auf den letzten Platz. Lampiris ist nicht belgisch und im Gegensatz zu den Behauptungen von Natagora weder gr\u00fcn noch nachhaltig. Es ist schockierend zu sehen, wie Natagora sich als Retter der biologischen Vielfalt aufspielt, um sich dann mit solchen Allianzen zu kompromittieren.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text](1) Directive 2009\/147\/CE du parlement europ\u00e9en et du conseil, du 30\/11\/2009 concernant la conservation des oiseaux sauvages.<\/p>\n<p>(2) <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/334367016_Developpement_de_l%27effectif_et_de_la_repartition_du_Milan_royal_Milvus_milvus_et_du_Milan_noir_Milvus_migrans_en_Wallonie\">https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/334367016_Developpement_de_l%27effectif_et_de_la_repartition_du_Milan_royal_Milvus_milvus_et_du_Milan_noir_Milvus_migrans_en_Wallonie<\/a><\/p>\n<p>(3) https:\/\/www.natagora.be\/devenez-membre-de-natagora-moitie-prix-grace-lampiris<br \/>\nhttps:\/\/www.natagora.be\/partenaires\/principaux\/lampiris<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.renouvelle.be\/fr\/actualite-belgique\/eolien-et-biodiversite-natagora-se-trompe-t-elle-de-combat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eolien et biodiversit\u00e9 : Natagora se trompe-t-elle de combat ? | Renouvelle<\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Reaktion auf den in der Zeitschrift Natagora #97 vom Mai-Juni 2020 ver\u00f6ffentlichten Anti-Windkraft-Artikel mit dem Titel &#8220;Le grand d\u00e9sordre \u00e9olien&#8221; In ihrer Zeitschrift Mai-Juni 2020 startet Natagora einen Frontalangriff auf die Windkraft, indem sie sich die Rhetorik und die Verfahren von eingefleischten Windkraftgegnern zu eigen macht: verk\u00fcrzte Informationen, auf nichts basierende Ger\u00fcchte, verschwiegene Studien&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11067","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-1","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11067"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11067\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.courantdair.be\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}