Das Windparkprojekt befindet sich in der Gemeinde Ferrières, in der Nähe des Weilers Burnontige, in einem Waldgebiet, unweit der Ausfahrt 48 der Autobahn E25 und direkt gegenüber dem Industriegebiet von Werbomont.

Entstehungsgeschichte des Projekts und Partnerschaften

Im Jahr 2019 überzeugte die lokale Bürgergenossenschaft Ferréole (800 Mitglieder) die Gemeinde vom Nutzen eines Bürgerwindparks auf ihrem Gebiet, das von mehreren Windkraftentwicklern umworben wurde. Die von der Gemeinde ausgeschriebene öffentliche Ausschreibung sah eine Beteiligung der Bürger und der Gemeinde in Höhe von 50 % vor. Im Mai 2020 verpflichtet sich Ferréole in einer mit dem Gemeinderat unterzeichneten Vereinbarung, „im Falle der Erteilung der Genehmigung ohne Rechtsmittel und auf Antrag der Gemeinde, dass ein Teil des Projekts von dieser oder von einer Gesellschaft, an der Ferréole und die Gemeinde beteiligt sind, finanziert und betrieben werden kann“. Es folgt eine Partnerschaftsvereinbarung mit den Windrad-Projektentwicklern Eneco Wind Belgium SA, einem Mitglied der niederländischen Eneco Group, und EDF-Luminus SA, die jeweils ein Windrad betreiben werden. Das verbleibende Windrad geht an die Genossenschaften Ferréole und Courant d’Air (16,6 %).

Besondere Maßnahmen zum Schutz der Anwohner, der Umwelt und der Artenvielfalt

Neben der strikten Einhaltung des Referenzrahmens für Windräder zum Zeitpunkt der Einreichung des Genehmigungsantrags wurden folgende zusätzliche Maßnahmen ergriffen:

  • In Bezug auf den Lärm: 768 m Abstand zum nächstgelegenen Wohngebiet (Werbomont) anstelle der gesetzlich als ausreichend erachteten 744 m; 894 m Abstand zum nächstgelegenen Haus außerhalb des Wohngebiets, während die Gesetzgebung eine Annäherung bis auf 400 m zulässt.
  • In Bezug auf den Schattenwurf: Auch wenn an den Messpunkten keine Überschreitung der jährlichen oder täglichen Grenzwerte festgestellt wurde, empfiehlt das Studienbüro die Installation eines automatischen Abschaltsystems („Shadow Module“) an jedem Windrad, das aktiviert würde, sollte die Belastungsgrenze erreicht werden.

Maßnahmen zur Minderung und zum Ausgleich (Biodiversität)

Um die finanziellen Vorteile für die Bürger zu optimieren, wurde beschlossen, das Windrad Nr. 1 auf einem Gemeindegrundstück zu errichten. Dort war kürzlich auf einer Fläche von etwa ½ ha eine Laubbaumpflanzung verwirklicht worden, die jedoch nicht vor Wild geschützt war. Sie hat daher erhebliche Schäden erlitten, und ihr biologischer Wert wird folglich als gering eingeschätzt. Dennoch wurde beschlossen, den Verlust dieser wenigen jungen Laubbäume, die entfernt werden müssen, auszugleichen. Dieser Ausgleich wird auf einer Fläche von 3,8 ha verwirklicht, die 3 km vom Windrad entfernt liegt, und besteht in der Pflanzung von 1.500 Laubbaumsetzlingen pro ha. Zur Ermöglichung dieser Neuanpflanzung wurde eine Vereinbarung mit einem privaten Grundstückseigentümer unterzeichnet.

Was die Vogelwelt betrifft: Da sich das Windrad in einem Waldgebiet befindet, ist die Vogelwelt dort relativ vielfältig, insgesamt jedoch eher gewöhnlich. In der Nähe des Projekts kommen auch heimische Arten sowie bestimmte Arten mit einem eher bedenklichen Schutzstatus vor, darunter einige Brutvögel. Die Umweltverträglichkeitsprüfung hat ergeben, dass keine wesentlichen Auswirkungen auf diese Arten zu erwarten sind. Allerdings ist auf lokaler Ebene eine starke Beeinträchtigung für den Rotmilan möglich (der jedoch auf regionaler Ebene nicht gefährdet ist). Daher werden Ausgleichsmaßnahmen empfohlen, um diese Beeinträchtigung zu begrenzen und gering zu halten. Dabei geht es darum, die am Fuß der Windräder entstandenen Freiflächen durch eine strauchartige Vegetationsdecke unattraktiv zu machen, mit Ausnahme der mit Schotter befestigten Wartungsflächen.

Für Fledermäuse: Da die Auswirkungen des Projekts auf diese Arten je nach den am Standort inventarisierten Arten (mindestens 14) als „gering bis stark“ eingestuft werden, ist eine Abschaltung der Windräder vorgesehen. Ein spezielles Modul ermöglicht es, die Windräder automatisch anzuhalten, wenn die Wetterbedingungen gegeben sind, die das Kommen der Fledermäuse wahrscheinlich machen.

Verlauf des Verfahrens

Am 13.11.2023 organisieren Ferréole und Courant d’Air einen Kurs, um die demokratische Debatte zu fördern. Zwischen 2019 und 2023 hat sich die Stellungnahme der Gemeinde zu dem Projekt von „grundsätzlich befürwortend“ zu eindeutig „ablehnend“ gewandelt, da die neue Mehrheit gegen das Projekt ist.

Technische Informationen

Windmessungen Von Juni 2020 bis Oktober 2021
Informationsveranstaltung (RIP) 15/10/2020
Einreichung einer Globalgenehmigung Da der erste Genehmigungsantrag vom August 2022 zu einem Hinweis auf Unvollständigkeit geführt hatte und die fehlenden Unterlagen nicht innerhalb der gesetzten Frist nachgereicht werden konnten, haben die Entwickler es vorgezogen, am 22. September 2023 einen zweiten Genehmigungsantrag einzureichen.
Ablehnung der Genehmigung 29.03.2024 – Ablehnung des Antrags Die Gründe für die Ablehnung konzentrieren sich auf die ablehnenden Stellungnahmen des DNF (Departement für Natur und Wald) und der CRMSF (Königliche Kommission für Denkmäler, Stätten und Ausgrabungen). Die negative Stellungnahme des DNF scheint ausschlaggebend zu sein, während die 20 anderen Stellungnahmen – ob positiv oder mit Auflagen verbunden – nicht berücksichtigt werden. Überraschenderweise stehen die Schlussfolgerungen des DNF in völligem Widerspruch zu den Analysen der Experten aus der Umweltverträglichkeitsprüfung. Niemand erwähnt die positiven Beiträge des Projekts im Kampf gegen den Klimawandel. [CK1]
Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid bei der wallonischen Regierung 19/04/2024 – eingelegt von Ferréole
Öffentliche Anhörung Zweite öffentliche Anhörung vom 21.08. bis zum 20.09.2024 zur ergänzenden Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmen des Einspruchsverfahrens.
Beschluss der wallonischen Regierung Keine Benachrichtigung über die Entscheidung -> die in erster Instanz getroffene Entscheidung wird bestätigt: Ablehnung
Nichtigkeitsklage vor dem Staatsrat Antrag auf Aufhebung des Ablehnungsbescheids vom 24.03.2024
Aktueller Stand Ablehnung des Einspruchs
Anzahl Windräder 3
Maschinentyp -
Rotordiameter / Gesamthöhe 126/180
Leistung 3,6-4,8 MW
Jährliche erwartete Produktion (P50) 10.300 MWh
Betreiber (Anzahl der Windräder) -
Beteiligung Courant d'Air 17%
Partner Ferréole, EDF-Luminus, Eneco, Gemeinde Ferrières
Einspeisung / Direktleitung (DL) / Eigenverbrauch (EV) 100% Einspeisung